Ausbildung zum Segelfliegerschein

Grundberechtigung für Segelflieger

Der Segelfliegerschein berechtigt, einsitzige und mehrsitzige, einsitzig geflogene Segelflugzeuge einschließlich Motorsegler - im Rahmen einer Berechtigung für die Startart - im Fluge zu führen. Die Grundberechtigung ist für jene Startarten zu erteilen, für die der Bewerber mindestens zehn einwandfrei ausgeführte Abflüge unter Aufsicht eines Segelfluglehrers mit entsprechender Lehrberechtigung nachgewiesen hat.

Bewerbung um einen Segelfliegerschein

Wer sich um einen Segelfliegerschein bewirbt, muss nachweisen, dass er innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung Segelflüge von insgesamt wenigstens sechs Stunden Dauer, davon mindestens drei Stunden und mindestens 30 einwandfreie Landungen allein an Bord, durchgeführt hat. Für Motorflugzeugpiloten genügen innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung Segelflüge von insgesamt wenigstens eineinhalb Stunden Dauer und mindestens 15 einwandfreie Landungen allein an Bord.

Segelfliegerprüfung

Inhalt der theoretischen Ausbildung und Prüfung für Segelflieger sind Gegenstände, wie sie für Segelflieger beziehungsweise die betreffende Startart von Bedeutung sind. Bei der praktischen Prüfung hat der Bewerber drei Segelflüge unmittelbar nacheinander auszuführen. Dabei müssen mindestens je zwei Vollkreise in einer Schräglage von 30 bis 40 Grad hintereinander nach Anweisung eines der beiden Prüfer abwechselnd nach links und nach rechts ausgeführt werden. Bei der Landung ist auf einer Ziellandefläche im Ausmaß von 150 m x 50 m aufzusetzen. Jeder Flug muss wenigstens zwei Minuten gedauert haben.
 
     
     
  Ausbildung zum Ultralightschein

Ab Sommer 2012 werden am Flugplatz Dobersberg Ausbildungs-Lehrgänge für den Ultralightschein angeboten. Nähere Informationen erfolgen in Kürze.
 
     
     
  Ausbildung zum PPL(A)

Das Ziel eines PPL(A)-Lehrganges ist die Ausbildung von Flugschülern in der sicheren und fachkundigen Durchführung von Flügen nach Sichtflugregeln.

Theoretische Ausbildung

Der Lehrplan für die theoretische Ausbildung des PPL(A)-Lehrganges hat folgende Gegenstände in dem Umfang zu umfassen, wie sie für Inhaber von Privatpilotenscheinen von Bedeutung sind:

Luftrecht, allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse (A), Flugleistung und Flugplanung, menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Navigation, betriebliche Verfahren, Aerodynamik und Sprechfunkverkehr.

Flugausbildung

Der Lehrplan für die Flugausbildung zum PPL(A) muss folgendes umfassen:

  • Flugvorbereitung, einschließlich Bestimmung von Masse und Schwerpunktlage, Kontrolle und Bereitstellung des Flugzeuges;
  • Platzrundenverfahren, Verfahren zur Vermeidung von Zusammenstößen und Vorsichtsmaßnahmen;
  • Führen des Flugzeuges mit Sicht nach außen;
  • Grenzflugzustände im unteren Geschwindigkeitsbereich, Erkennen und Beenden von beginnenden und voll überzogenen Flugzuständen;
  • Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich, Erkennen und Beenden von Spiralsturzflugzuständen;
  • Starts und Landungen mit und ohne Seitenwind;
  • Starts mit höchstzulässiger Leistung auf kurzen Pisten und unter Berücksichtigung der Hindernisfreiheit und Landungen auf kurzen Pisten;
  • Führen des Flugzeuges ausschließlich nach Instrumenten, einschließlich einer Horizontalkurve von 180°
  • Überlandflüge mit Sicht nach außen, Koppelnavigation und Funknavigationshilfen;
  • Notverfahren, einschließlich simulierter Ausfälle der Flugzeugausrüstung; und An- und Abflüge von und zu kontrollierten Flugplätzen, Flüge durch Kontrollzonen, Einhaltung von Flugverkehrsverfahren, Sprechfunkverkehr und Sprechgruppen.

Bewerbung um eine PPL(A)

Der Bewerber für eine PPL(A) muss mindestens 25 Stunden mit Lehrberechtigtem und mindestens zehn Stunden im Alleinflug unter Aufsicht auf Flugzeugen mit einem von einem JAA-Mitgliedstaat erteilten oder akzeptierten Lufttüchtigkeitszeugnis nachweisen, darin müssen mindestens fünf Stunden im Allein- Überlandflug mit mindestens einem Flug über eine Strecke von mindestens 270 km (150 NM) enthalten sein, bei dem auf zwei vom Startflugplatz verschiedenen Flugplätzen, Landungen bis zum vollständigen Stillstand durchzuführen sind. Wurde dem Bewerber Flugzeit als verantwortlicher Pilot auf anderen Luftfahrzeugen gemäß JAR-FCL 1.120 angerechnet, kann sich die geforderte Ausbildungszeit mit Lehrberechtigtem auf Flugzeugen auf eine Mindestanzahl von 20 Stunden verringern.

Nachtflugqualifikation

Für die Durchführung von Flügen bei Nacht sind mindestens fünf zusätzliche Stunden auf Flugzeugen bei Nacht durchzuführen, davon drei Stunden mit Lehrberechtigtem mit mindestens einer Stunde Überlandflugnavigation sowie fünf Alleinstarts und fünf Alleinlandungen bis zum vollständigen Stillstand. Diese Qualifikation wird in die Lizenz eingetragen.



Details: Anhang 1 zu JAR-FCL unter http://www.luftfahrtrecht.at

 
     
  Praktische Ausbildung  
     
  Segelflug
6 Stunden, davon 3 Stunden Alleinflug und 30 einwandfreie Landungen alleine an Bord.

Hilfsmotorstartberechtigung (HM)
zusätzlich 2 Stunden, davon 1 Stunde Alleinflug und zusätzlich 5 Landungen.

Passagierberechtigung (KL2)
20 Stunden und 20 Landungen auf 2-Sitzern.
 
     
  Motorsegler im Motorflug (MIM)
HM, KL2 und zusätzlich 10 Flugstunden mit 20 Alleinstarts und Alleinlandungen, 2 Dreiecksflüge, An-und Abflüge zu u. von kontrollierten Flugplätzen, Flüge durch Kontrollzonen, Flugfunk.
 
     
  Ultraleicht
20 Stunden mit Fluglehrer, 10 Alleinflugstunden; für Passagierberechtigung zusätzlich 10 Flugstunden nach Scheinerhalt. An-und Abflüge von kontrollierten Flugplätzen, Flüge durch Kontrollzonen, 2 Dreiecksflüge Flugfunk.
 
     
  Motorflug
45 Flugstunden; Segelflugstunden und UL-Stunden können im Ausmaß von 10% bis zu maximal 10 Flugstunden angerechnet werden. Flugfunk
 
     
  Theorieausbildung  
     
  Segelflug: Grundberechtigung  
  1. Luftrecht,
2. Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse,
3. Flugleistung und Flugplanung,
4. Menschliches Leistungsvermögen,
5. Meteorologie,
6. Navigation,
7. Flugbetriebliche Verfahren,
8. Aerodynamik
 
     
  Motorsegler im Motorflug (MIM): zusätzlich zur Grundberechtigung  
  1. Luftrecht: Luftverkehrsregeln, Luftraumklassifizierung und Sprechfunkverkehr
2. Flugleistung und Flugplanung,
3. Betriebliche Verfahren,
4. Luftfahrzeugkunde und
5. Navigation
 
     
  Ultraleicht  
  1. Luftrecht,
2. Menschliches Leistungsvermögen,
3. Meteorologie,
4. Kommunikation (einschließlich ggf. Funksprechzeugnis),
5. Aerodynamik,
6. Betriebliche Verfahren,
7. Flugleistung und Flugplanung,
8. Allgemeine Luftfahrzeugkunde und
9. Navigation
 
     
  Privatpiloten  
  Vertiefte Ausbildung in allen oben angeführten Disziplinen  
     
  detaillierte Informationen:  
  Segelflug, UL: Österreichischer Aeroclub (unter Downloads)
Motorflug: Austrocontrol (unter: Piloten/Pilotenlizenzen)